Brandklassen Österreich:
Was bedeuten die verschiedenen
Feuerwiderstandsklassen?

03.06.2026
Brandklassen Österreich: Was bedeuten die verschiedenen Feuerwiderstandsklassen?

Brandklassen Österreich: Was bedeuten die verschiedenen Feuerwiderstandsklassen?

Ein Brand beginnt oft unscheinbar. Durch einen kleinen Funken, einen technischen Defekt oder eine überhitzte Leitung. Das Risiko, dass ein Brand entsteht, lässt sich nie vollständig auf null reduzieren. Umso wichtiger ist ein Brandschutz, der im Ernstfall Schlimmeres verhindert und die Ausbreitung des Feuers eindämmt. Genau hier kommen die Brandklassen Österreich ins Spiel. Sie zeigen, welche Bauteile im Brandfall ihre Schutzfunktion behalten und über welchen Zeitraum hinweg. Dadurch soll verhindert werden, dass sich Feuer und Rauch unkontrolliert im Gebäude ausbreiten, was den Schaden begrenzt und womöglich sogar Menschenleben rettet.


Was versteht man unter „Brandklassen Österreich“?


Dieser Beitrag spricht von Brandklassen Österreich. Fachlich korrekt sind im Zusammenhang mit Brandschutztüren, Brandschutzfenstern und Brandschutzverglasungen jedoch Feuerwiderstandsklassen gemeint. Baustoffklassen bewerten die Brennbarkeit einzelner Materialien, während Feuerwiderstandsklassen angeben, wie lange komplette Bauteile einem Brand standhalten. Beide Klassifikationen sind für gesetzeskonforme Planung und sicheren Gebäudebetrieb elementar.


Welche Normen gelten für die Brandklassen in Österreich?


Für die Feuerwiderstandsklassen und Brandklassen Österreich sind mehrere Normen und rechtliche Vorgaben relevant. Sie regeln, wie Baustoffe, Bauprodukte und ganze Bauteile im Brandfall bewertet werden. Die Regeln entstehen dabei im Zusammenspiel von europäischen Vorgaben und österreichischem Baurecht: Die EU schafft harmonisierte Grundlagen für Bauprodukte und Klassifizierungen, während Österreich beziehungsweise die Bundesländer festlegen, wie diese Anforderungen konkret im Gebäude anzuwenden sind. Dabei ist die Unterscheidung zwischen dem Brandverhalten einzelner Materialien und der Schutzwirkung kompletter Elemente, wie beispielsweise Brandschutztüren oder Brandschutzfenster, wichtig.


Europäische Norm EN 13501-1


Die EN 13501-1 betrifft Brandklassen Österreich vor allem beim Brandverhalten einzelner Baustoffe und Bauprodukte. Sie beschreibt, wie stark ein Material zur Brandentwicklung beiträgt und berücksichtigt dabei auch Rauchentwicklung sowie brennendes Abtropfen. Für Brandschutztüren und Brandschutzfenster ist sie ergänzend interessant. Sie müssen die einzelnen Eigenschaften zum Beispiel in Bezug auf die Rahmenmaterialien, Dichtungen oder angrenzenden Baustoffe von Fenstern und Türen kennen.


Europäische Norm EN 13501-2


Die EN 13501-2 ist für die Brandklassen in Österreich bei Brandschutztüren, Brandschutzfenstern und Brandschutzverglasungen besonders zentral. Sie bewertet keine einzelnen Materialien, aber stattdessen ganze Bauteile nach ihrer Brandwiderstandsleistung. Bezeichnungen wie E, EW, EI, EI?, C oder S zeigen, über welche Fähigkeiten ein Element verfügt und wie lange dieses im Brandfall erhalten bleibt.


OIB-Richtlinie 2


Die OIB-Richtlinie 2 konkretisiert die Brandklassen in Österreich im baurechtlichen Alltag. Sie legt fest, welche Anforderungen an Gebäude, Brandabschnitte, Fluchtwege, Türen, Fenster und Verglasungen gestellt werden. Daraus ergibt sich, ob beispielsweise E, EW, EI, EI?-C oder andere Brandklassen aus Österreich erforderlich ist. Ohne die OIB-Richtlinie 2 lassen sich die Brandklassen in Österreich also nicht sinnvoll auf spezifische Bauprojekte übertragen, weil erst sie den Zusammenhang zwischen technischer Klassifizierung, Gebäudenutzung und baurechtlicher Anforderung herstellt.


Bautechnikverordnungen der Bundesländer


Da Baurecht in Österreich Ländersache ist, werden Brandklassen in Österreich über die Bauordnungen und Bautechnikverordnungen der Bundesländer verbindlich. Die OIB-Richtlinien dienen dabei als harmonisierte Grundlage, müssen aber jeweils landesrechtlich umgesetzt sein. Wenn Sie in der Planung eines Bauprojekts sind, sollten Sie also stets prüfen, welche Fassung im jeweiligen Bundesland gilt.


Bauprodukteverordnung der EU


Die Bauprodukteverordnung der EU ist für die Brandklassen in Österreich elementar, weil sie die Regeln für Bauprodukte im europäischen Binnenmarkt schafft. Sie regelt unter anderem Leistungserklärung und CE-Kennzeichnung. Hersteller geben damit an, welche geprüften Eigenschaften ein Produkt besitzt. Die genaue Verwendung im Gebäude richtet sich jedoch weiterhin nach den österreichischen Bauvorschriften.

Brandklassen Österreich nach EN 13501-2 – Das bedeuten die Klassifizierungen der Brandklassen Österreich


Nach der normativen Einordnung stellt sich die praktische Frage, wie die einzelnen Angaben zu lesen sind. Die Brandklassen Österreich bestehen nicht aus einer einzelnen Zahl, sondern aus einer Kombination von Buchstaben und Minutenangaben. Wer diese Systematik versteht, kann die Bezeichnungen der Brandklassen Österreich wie EI? 30-C-S200, EW 30 oder EI 90 fachlich korrekt einordnen.


Brandklassen Österreich: Buchstabenkennzeichen nach EN 13501-2


Die Buchstaben sind der erste Schlüssel zur richtigen Auslegung der Brandklassen Österreich. Sie zeigen, welche konkrete Eigenschaft im Brandfall nachgewiesen wurde. Je nach Bauteil können dabei unterschiedliche Kennzeichen relevant sein. Bei Brandschutztüren stehen häufig E, I, C und S im Vordergrund, bei Brandschutzfenstern und Verglasungen vor allem E, EW oder EI. Im Folgenden können Sie ausführlich nachlesen, was die einzelnen Buchstaben der Brandklassen Österreich zu bedeuten haben und bei welchen Elementen und Konstruktionen Sie sie üblicherweise vorfinden können.


R - Tragfähigkeit


Das Kriterium „R“ steht für Tragfähigkeit. Ein Bauteil dieser Klassifizierung behält bei Brandbeanspruchung für die angegebene Zeit seine statische Funktion. Es muss also stabil bleiben, was bedeutet, es darf nicht versagen, einstürzen oder seine Lastabtragung verlieren. Dieses Kriterium ist typisch für Stützen, Träger, tragende Wände, Decken und andere tragende Konstruktionsteile.


E - Raumabschluss


Der Buchstabe „E“ steht im Brandschutz für Raumabschluss. Ein entsprechendes Bauteil verhindert für eine bestimmte Zeit, dass Flammen oder heiße Gase auf die vom Feuer abgewandte Seite durchdringen. Dieses Kriterium ist insbesondere bei Wänden, Decken, Türen, Abschottungen und Fugen von Bedeutung, da sie verschiedene Brandabschnitte voneinander trennen und daher eine Brandausbreitung verhindern sollen.


I - Wärmedämmung


„I“ bezeichnet die Wärmedämmung unter Brandbeanspruchung. Das Bauteil begrenzt den Temperaturanstieg auf der Seite, die vom Feuer abgewandt ist und verhindert dadurch, dass Personen durch Hitzeeinwirkung gefährdet werden. Zugleich soll ausgeschlossen werden, dass sich brennbare Stoffe auf der nicht beflammten Seite infolge von Wärmeübertragung entzünden. Unter anderem bei Türen, Toren und öffnenden Fenstern wird zusätzlich häufig zwischen I? und I? unterschieden werden. I? stellt strengere Anforderungen, I? ist praxisüblich häufiger anzutreffen.


W - Begrenzung der Wärmestrahlung


“W“ bedeutet, dass Wärmestrahlung des Bauteils begrenzt ist. Das Bauteil darf zwar Wärme abstrahlen, diese Strahlung bleibt jedoch innerhalb festgelegter Grenzwerte. Dadurch wird die Gefahr reduziert, dass sich Materialien auf der nicht beflammten Seite allein durch Strahlungswärme entzünden. „W“ kommt häufig bei Verglasungen oder Fassadenelementen vor. W tritt meist nur in Verbindung mit „E“ auf und ergänzt den Raumabschluss um die Begrenzung der Wärmestrahlung.


M - Mechanische Stabilität


Das Kennzeichen “M“ steht für Widerstand gegen mechanische Beanspruchung. Das Bauteil muss einer Stoß- oder Aufprallbelastung standhalten, ohne seine strukturelle Integrität zu verlieren. Dieses Kriterium ist relevant, wenn im Brandfall andere Bauteile versagen und mechanisch auf das geprüfte Bauteil einwirken. Daher wird die Klassifizierung „M“ üblicherweise bei raumabschließenden Gebäudeteilen wie Brandwänden ergänzt.


C - Selbstschließung


„C“ bezeichnet die Fähigkeit eines Bauteils, sich selbstständig zu schließen. Im Brandfall müssen geöffnete Bauteile, etwa Brandschutztüren, Abschlüsse oder zu öffnende Fenster, zuverlässig schließen. Die brandschutztechnische Wirkung entsteht nur, wenn sich das betreffende Bauteil rechtzeitig schließt und anschließend dauerhaft in geschlossenem Zustand während der Brandbeanspruchung sicher und funktionsfähig bleibt. Das wird bei Bauteilen mit „C“ garantiert.


S - Rauchdichtheit


Mit „S” wird Rauchschutz bzw. die Rauchdichtheit angegeben. Das Bauteil begrenzt den Durchtritt von Rauch oder Gasen von einer Seite zur anderen. Das ist vor allem bei Türen, Abschlüssen und Öffnungen in Rettungswegen wichtig. S mit einem tiefgestellten a (für ambient) bezieht sich auf die Umgebungstemperatur und S200 auf den Rauchschutz bei erhöhter Temperatur.


O – Normale Betriebsbedingungen


„O“ bezeichnet die Widerstandsfähigkeit gegen thermische Beanspruchungen bei normalen Betriebsbedingungen. Das Kennzeichen zeigt, dass ein Bauteil der Wärmebelastung bei bestimmungsgemäßer Nutzung standhält. Wie „G“ wird es hauptsächlich bei Schornsteinen, Abgasanlagen und zugehörigen Bauteilen verwendet und beschreibt keinen Rußbrand, sondern den regulären Betriebsfall des Systems unter üblichen Einsatzbedingungen im Betrieb.


G - Rußbrandbeständigkeit


Ein „G” weist auf die Widerstandsfähigkeit gegen Rußbrand hin. Dieses Merkmal betrifft in erster Linie Abgasanlagen, Schornsteine und deren Bauteile. Die Klassifizierung gibt an, dass das System einem Rußbrand widerstehen kann, ohne seine sicherheitsrelevante Funktion zu verlieren. Dabei spielen auch die Dichtheit, die Temperaturbeständigkeit sowie der Schutz angrenzender Bauteile eine Rolle.


K - Brandschutzwirkung


“K“ ist die Klassifizierung für die Brandschutzfunktion von Wand- oder Deckenbekleidungen. Eine solche Bekleidung schützt das dahinterliegende Material für eine bestimmte Zeit vor Entzündung, Verkohlung oder sonstiger Schädigung in Folge von Brand. „K“ wird zum Beispiel bei Brandschutzplatten, Bekleidungen und Schutzsystemen verwendet, die tragende oder raumabschließende Bauteile zusätzlich schützen sollen.


Brandklassen Österreich: Zeitstufen nach EN 13501-2


Eine Brandklasse in Österreich setzt sich aus Buchstaben und einer Zeitangabe in Minuten zusammen. Die eben erklärten Buchstaben sagen aus, welche Eigenschaften geprüft und erfüllt wurden. Die Zahl dahinter gibt an, wie lange diese Eigenschaften mindestens erhalten bleiben. Gängige Zeitstufen sind 15, 20, 30, 45, 60, 90, 120, 180, 240 und 360. Nicht jede Zeitstufe ist für jedes Bauteil oder jedes Kriterium anwendbar.


Beispiele für häufige Brandklassen in Österreich


Bei Brandschutztüren ist besonders EI? 30-C verbreitet. Diese Klasse bedeutet, dass die Tür mindestens 30 Minuten raumabschließend und wärmedämmend wirkt und sich selbstständig schließt. Wird zusätzlich Rauchschutz gefordert, kann die Bezeichnung um S200 ergänzt werden, sodass die komplette Bezeichnung so aussehen würde: EI? 30-C-S200.

Kommt es zu Brandschutzfenstern und Verglasungen, sind vor allem E 30, EW 30 und EI 30 relevant. E 30 beschreibt den Raumabschluss, EW 30 erweitern diesen um die Begrenzung der Wärmestrahlung. EI 30 bietet zusätzlich Wärmedämmung und damit einen höheren Schutz gegen Hitzeübertragung auf die Seite, die dem Brand abgewandt ist.

Brandklassen in Österreich mit höherem Sicherheitsniveau


Bei erhöhten Brandschutzanforderungen reicht die Zeitstufe „30“ nicht aus, da das Bauteil wesentlich länger Widerstand im Brandfall leisten soll. Deshalb finden Sie im Folgenden eine Übersicht über die gängigen Einsatzgebiete der Brandklassen in Österreich nach Zeitfenstern. Die Klassifizierung „EI“ dient hier nur als Beispiel, da sie typisch für Brandschutzfenster und -türen ist.

  • EI 30: kleinere Wohngebäude und Büros
  • EI 60: öffentliche Gebäude, Industriebauten, gewerbliche Nutzungen und größere Wohngebäude
  • EI 90: Fluchtwege, Hochhäuser, Technikbereiche, Gebäude mit erhöhter Brandlast

Welche Faktoren bestimmen die erforderliche Brandklasse in Österreich?


Welche Brandklasse in Österreich für ein Bauteil erforderlich ist, ist nicht zufällig und lässt sich auch nicht pauschal beantworten. Die Anforderungen ergeben sich aus Bestimmungen im österreichischen Baurecht und individuellen Brandschutzvorschriften. Grundlage bilden die Vorgaben der OIB-Richtlinie 2 „Brandschutz“. Je nach Gebäudeklasse, Nutzung und baulicher Lage legt diese unterschiedliche Anforderungen an Bauteile wie Brandschutzfenster und Brandschutztüren fest.


Gebäudeklasse und Gebäudehöhe


Mit zunehmender Gebäudegröße und mit steigender Höhe wachsen auch die Anforderungen an den baulichen Brandschutz, was sich auf die Brandklasse in Österreich auswirkt. Das liegt daran, dass bei höheren und größeren Gebäuden eine Evakuierung zunehmend schwieriger wird und die Brandbekämpfung durch die Feuerwehr mehr Zeit in Anspruch nehmen kann.

In der OIB-Richtlinie für die Brandklassen Österreich werden verschiedene Gebäudeklassen (GK 1 bis GK 5) unterschieden, die sich unter anderem nach der Geschossanzahl, der Nutzfläche und dem Fluchtniveau richten. Grundsätzlich unterliegen Gebäude mit höheren Fluchtniveaus strengeren Brandschutzanforderungen als kleinere Wohngebäude. Für Gebäude mit einem Fluchtniveau von mehr als 22 Metern gelten sogar zusätzliche Anforderungen gemäß OIB-Richtlinie 2.3.

Für Brandschutzfenster bedeutet das in der Praxis, dass in kleineren Gebäuden häufig niedrigere Brandklassen in Österreich ausreichend sein können, aber in größeren Wohnanlagen, Bürogebäuden oder Sonderbauten höhere Kriterien gefordert werden.


Nutzung des Gebäudes


Bei der Risikobewertung zählen neben der Größe eines Gebäudes auch dessen Nutzung. Die Risikolage unterscheidet sich erheblich zwischen einem Einfamilienhaus, einem Bürogebäude und einem Krankenhaus. Besonders hohe Anforderungen bestehen dort, wo sich viele Personen aufhalten oder wo Personen im Gefahrenfall nicht ohne fremde Hilfe flüchten können. Dazu zählen beispielsweise:

  • Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen
  • Schulen und Kitas
  • Hotels und andere Beherbergungsstätten
  • Versammlungsstätten
  • Einkaufszentren
  • Industrie- und Produktionsanlagen

Je höher das Gefährdungspotenzial und die Anzahl der betroffenen Personen, desto größer ist logischerweise die Bedeutung eines wirksamen baulichen Brandschutzes. Entsprechend können höhere Brandklassen in Österreich für Brandschutzfenster und andere Bauteile erforderlich werden.


Lage innerhalb des Gebäudes


Die benötigte Brandklasse in Österreich hängt zudem davon ab, wo sich ein Brandschutzfenster oder eine Brandschutztür innerhalb des Gebäudes befindet. Besonders sensible Bereiche sind:

  • Treppenhäuser
  • Flucht- und Rettungswege
  • Brandabschnittsgrenzen
  • Technikräume
  • Heizungsräume
  • Bereiche mit erhöhter Brandlast

Flucht- und Rettungswege müssen im Brandfall möglichst lange nutzbar bleiben. Die OIB-Richtlinie 2 enthält deshalb spezielle Anforderungen an Fluchtwege und Rettungswege, um eine sichere Evakuierung zu gewährleisten. Brandschutzfenster, die an solche Bereiche angrenzen, müssen im Allgemeinen höhere Brandklassen in Österreich erfüllen als Fenster in weniger kritischen Gebäudeteilen.


Brandabschnitte und Abschottung


Moderne Brandschutzkonzepte unterteilen Gebäude in sogenannte Brandabschnitte. Sie sollen verhindern, dass sich Feuer und Rauch unkontrolliert über das gesamte Gebäude ausbreiten. Brandschutzfenster und Brandschutztüren übernehmen dabei eine wichtige Funktion. Sie müssen die gleiche Schutzwirkung wie die angrenzenden Bauteile gewährleisten und dazu beitragen, die Ausbreitung eines Brandes für einen definierten Zeitraum zu verhindern.

Welche Brandklassen in Österreich hierfür nötig sind, ergibt sich aus dem jeweiligen Brandschutzkonzept und den baurechtlichen Vorgaben. In vielen Fällen kommen dabei Klassen wie EI30 oder EI60 zum Einsatz, während bei besonderen Anforderungen auch EI90 oder höhere Klassifizierungen notwendig sein können.


Individuelle Brandschutzplanung


Neben den allgemeinen gesetzlichen Vorgaben spielen auch objektspezifische Faktoren eine Rolle. Dazu gehören beispielsweise:

  • Besondere Nutzungen
  • Erhöhte Brandlasten
  • Komplexe Gebäudestrukturen
  • Denkmalgeschützte Gebäude
  • Individuelle Brandschutzkonzepte

Aufgrund dieser Faktoren wird die erforderliche Feuerwiderstandsklasse in vielen Fällen erst im Rahmen der Brandschutzplanung festgelegt. Dabei werden die gesetzlichen Anforderungen, die Gebäudegröße, die Gebäudenutzung, die Lage sowie individuelle Einbausituationen gemeinsam bewertet.


Brandklassen in Österreich: Warum sind Brandschutzfenster ein zentraler Bestandteil des baulichen Brandschutzes?


Wussten Sie, dass Brandschutzfenster ebenso wichtig sind wie Brandschutzwände und -türen? Damit sich Feuer und Hitze nur begrenzt in einem Gebäude ausbreiten können, spielen Fenster eine oft unterschätzte Rolle im baulichen Brandschutz. Wenn wir also über Brandklassen in Österreich sprechen, sollten wir auch die aktive Funktion von Brandschutzfenstern beim Schutz von Menschenleben, der Sicherung von Fluchtwegen und der Reduzierung von Sachschäden beleuchten.


Brandschutzfenster verhindern die Ausbreitung von Feuer


Fensteröffnungen stellen grundsätzlich eine potenzielle Schwachstelle in der Gebäudehülle oder zwischen Brandabschnitten dar. Herkömmliche Verglasungen können unter hoher Hitzeeinwirkung innerhalb kurzer Zeit versagen. Dadurch können Flammen, Rauch und Wärme ungehindert auf benachbarte Räume oder Gebäudebereiche übergreifen.

Brandschutzfenster sind speziell dafür ausgelegt, diesem Szenario entgegenzuwirken. Abhängig von ihrer Brandklasse in Österreich verhindern sie über einen definierten Zeitraum den Durchtritt von Flammen und heißen Brandgasen. Bei höheren Klassifizierungen wird zusätzlich die Wärmeübertragung auf die brandabgewandte Seite begrenzt.


Schutz von Flucht- und Rettungswegen


Ein wesentliches Ziel des baulichen Brandschutzes besteht darin, Personen ausreichend Zeit zur Flucht zu verschaffen. Damit Rettungswege im Brandfall nutzbar bleiben, müssen angrenzende Bauteile eine Ausbreitung von Feuer und Hitze möglichst lange verhindern. Brandschutzfenster kommen deshalb häufig in Bereichen zum Einsatz, die an Treppenhäuser, Flure oder andere Fluchtwege angrenzen. Durch ihre Feuerwiderstandsfähigkeit tragen sie dazu bei, dass diese Bereiche länger rauch- und hitzefrei bleiben. Die Bedeutung sicherer Flucht- und Rettungswege wird in Österreich unter anderem durch die OIB-Richtlinie 2 – Brandschutz hervorgehoben.


Bildung von Brandabschnitten


Ein grundlegendes Prinzip des baulichen Brandschutzes ist die Unterteilung eines Gebäudes in sogenannte Brandabschnitte. Diese sollen verhindern, dass sich ein Brand unkontrolliert über das gesamte Gebäude ausbreitet.

Werden Fenster in brandabschnittsbildenden Wänden oder anderen feuerbeständigen Bauteilen eingesetzt, müssen sie dieselbe Schutzfunktion erfüllen wie die umgebende Konstruktion. Brandschutzfenster ermöglichen es, Tageslicht und Sichtverbindungen zu schaffen, ohne die Wirksamkeit des Brandabschnitts wesentlich zu beeinträchtigen. Dadurch lassen sich architektonische Anforderungen und Brandschutzanforderungen miteinander verbinden.


Nicht nur die Verglasung zählt


Viele Menschen setzen Brandschutzfenster fälschlicherweise mit der Verglasung gleich. Tatsächlich wird jedoch immer das gesamte Bauteil geprüft und klassifiziert. Zur Feuerwiderstandsfähigkeit eines Brandschutzfensters tragen mehrere Komponenten bei:

  • Brandschutzglas
  • Rahmenkonstruktion
  • Dichtungen
  • Befestigungssysteme
  • Anschlussdetails an Wand oder Fassade

Die Klassifizierung gilt deshalb stets für das geprüfte Gesamtsystem und nicht für einzelne Bestandteile. Änderungen an der Konstruktion können Auswirkungen auf die Zulassung und die Brandklasse in Österreich haben.

FAQ-Bereich


Was ist der Unterschied zwischen Brandklassen in Österreich und Feuerwiderstandsklassen?


Der Begriff Brandklassen Österreich wird häufig gesucht, ist im Zusammenhang mit Brandschutztüren und Brandschutzfenstern aber fachlich ungenau. Korrekt spricht man hier von Feuerwiderstandsklassen. Sie geben an, wie lange ein Bauteil im Brandfall seine Schutzfunktion behält. Brand- oder Baustoffklassen beschreiben dagegen das Brandverhalten einzelner Materialien.
 

Welche Brandklasse in Österreich ist bei Brandschutzfenstern üblich?


Bei Brandschutzfenstern gibt es nicht die eine übliche Brandklasse in Österreich. Je nach Anforderung kommen beispielsweise E 30, EW 30 oder EI 30 infrage. E steht für Raumabschluss, EW ergänzt die Begrenzung der Wärmestrahlung und EI zusätzlich die Wärmedämmung. Welche Klasse nötig ist, hängt von Einbausituation und Brandschutzkonzept ab.


Welche Normen gibt es für die Brandklassen in Österreich?


Für die Brandklassen Österreich sind vor allem EN 13501-1, EN 13501-2 und die OIB-Richtlinie 2 relevant. EN 13501-1 betrifft das Brandverhalten von Baustoffen. EN 13501-2 regelt die Feuerwiderstandsklassen kompletter Bauteile. Die OIB-Richtlinie 2 legt fest, wie diese Anforderungen im österreichischen Bauwesen angewendet werden.


Wer und was legt fest, welche Brandklasse in Österreich benötigt wird?


Welche Brandklasse in Österreich erforderlich ist, ergibt sich aus Bauordnung, OIB-Richtlinie 2, Gebäudeklasse, Nutzung, Einbausituation und Brandschutzkonzept. Festgelegt wird sie in der Regel durch Planung, Brandschutzkonzept und behördliche Anforderungen. Entscheidend ist also nicht eine freie Auswahl, sondern die konkrete baurechtliche und technische Bewertung des Gebäudes.
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